Stiftungslandschaft

Ein Querschnitt durch die Schweizer Stiftungen

Die Schweiz hat rund 13’000 klassische Stiftungen, die bis anhin in einem relativ undurchsichtigen Markt der Philanthropie agierten. Eine Vollerhebung und Kategorisierung der Stiftungszwecke, initiiert durch die Stiftungsplattform StiftungSchweiz.chundunter der Leitung desVerbandsmanagement Institut (VMI) der Universität Freiburg/CH,ermöglicht neue Einblicke in die Wirkungsbereicheund Wirkungsformen, Destinatärsgruppen, Standorte und Wirkungskreiseder klassischen Stiftungen. Umgesetzt im Suchsystem von StiftungSchweiz.ch vereinfacht die Erhebung für Fundraiser die Stiftungsrecherche und ermöglicht Stiftendeneine optimierteMittelvergabe.Die Studiezeigt zudemZusammenhänge, Muster, und Charakteristiken in der Stiftungslandschaftauf und bietet eine Orientierungsgrundlage für sämtliche Anspruchsgruppen des Stiftungswesens.

Der Stiftungszweck als Hauptuntersuchungsgegenstand der Studie bietet als öffentlich postuliertes, verbindliches Strategiedokumenteine Fülle von Informationen über Stiftungen. Dreiviertel Jahre nahm ein mehrköpfiges Team sämtliche dieser im Durchschnittrund 430 Zeichen oder 56 Wörterumfassenden Texteunter die Lupe, um Transparenz in den Sektor zu bringen. Bereits an formalen Kriterien lassen sich schon erste Merkmale der Stiftung ablesen: Je länger die Textewerden,desto breiter ist auch die thematische Begünstigung und desto wahrscheinlicher ist die Stiftungoperativ tätig. Je grösser allerdingsder thematische Wirkungsbereich einer Stiftung ist, desto wahrscheinlicherist eine lediglich fördernde Tätigkeit bzw. desto weniger wahrscheinlich ist eine operative Tätigkeit.

6 Stiftungstypen begünstigen unterschiedlich kombinierfreudig
Beim Stiftungsbestands vom 9. April 2015 zeigen sich drei unterschiedlich populäre Gruppen von Wirkungsbereichen, in denen Stiftungen tätig sind: 35-39% der Organisationen begünstigen Zwecke im sozialen, kulturellen oder bildenden Bereich, 16-19% tangieren die Bereiche Wissenschaft, Gesundheit oder Gesellschaftspolitik/Wirtschaft, 7 bis 9% begünstigen schliesslich ethisch-religiöse Anliegen, Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit oder behalten sich vor, allgemein gemeinnützig zur wirken. Schliesslich kombinieren Stiftungen im Durchschnitt rund 2 unterschiedliche Themenaspekte aus den 9 genannten Kategoriegruppen. Dabei zeigen sich 6 verschiedene Kombinationsneigungen, die modellhaft als Stiftertypen bezeichnet werden können: 23% sind «visionäre Veränderer»,  die Themen der Gesellschaftspolitik, Entwicklungszusammenarbeit oder Ethik/Religion kombinieren. 21% sind –häufig affin für Umweltschutz –Generalisten, die vielfältige Bereiche begünstigen. 17% sind fokussierte Stiftungen im Bereich Kunst und Kultur, 16% sind konzentrierte Stiftungen im sozialen Bereich, 13% sind Stiftungen im Bereich Gesundheit, allenfalls verknüpft mit Sozialem und Wissenschaft, 10% kombinieren eher intellektuelle Themen aus Kunst/Kultur, Wissenschaft und Bildung.Falls Stiftungszwecke nach Destinatärsgruppen spezifiziert werden, stehen häufig Personen in einer ökonomischen Notlage im Zentrum (24%). Oft begünstigt werden auch Kinder und Jugendliche (13 bzw. 10%).

Je wohlhabender und urbaner die Gemeinde, desto höher ist ihre Stiftungsdichte und der Anteil Förderstiftungen.

Die Stiftungsanalyse auf Gemeindeebene zeigt, dass die Anzahl Stiftungen pro 1000 Einwohner zunimmt, je urbaner die Ortschaft ist, je höher das Pro-Kopf-Einkommen einer Gemeinde ist, und je älter und operativer dieStiftungen vor Ort sind.Auf kantonaler Ebene hat Basel-Stadt die höchste Stiftungsdichte (4,5 Stiftungen pro 1000 Einwohner), gefolgt vom Kanton Glarus (3,1 Stiftungen pro 1000 Einw.). Unterschiede nach Sprachregion gibt es vor allem bei den Stiftungszwecken. So weisen die Stiftungen der Romandie z.B.in den Themen Wissenschaft, Gesellschaftspolitik und Wirtschaft grössere Stiftungsanteileauf als die Deutschschweizer Stiftungenund sind in ihrem geografischen Wirkungskreis eher schweizweit oder gar international ausgerichtet, während Deutschschweizer Stiftungen eher in ihrer Wirkung lokal bleiben.

> Erfahren Sie mehr zur schweizerischen Stiftungs- landschaft und bestellen Sie die StiftungSchweiz.ch- Studie des VMI der Universität Fribourg auf: www.vmi.ch