Im Gespräch

Mehr Transparenz führt zu mehr Effizienz!

Frau Künzli, Ihre Stiftung stellt auch Gesuche an Förderstiftungen. Wie nützlich wäre es da, Informationen über die Höhe ihrer Ausschüttungen zu haben?

Die Höhe der Ausschüttung ist für uns als rein operative Stiftung natürlich eine sehr wichtige Information. Ist sie bekannt, können weitere Unterstützungsgesuche viel gezielter eingereicht werden. Ist das Förderpotential nicht bekannt oder auch der Förderzweck nicht klar umschrieben, zwingt uns das in der Regel, eine weit höhere Anzahl Gesuche zu verschicken, was für alle Seiten mit viel mehr Aufwand verbunden ist.

Könnte eine offene Information einer Förderstiftung über ihre Ausschüttungen von den Gesuchstellern missbraucht werden?

Im Gegenteil, wir sind der Ansicht, dass eine höchstmögliche Transparenz einen viel effizienteren und zielführenderen Ablauf ermöglichen würde. Die benötigten Zuwendungen könnten auch optimaler auf die Möglichkeiten der potentiellen Geldgeber gesplittet werden, sodass für grössere und kleinere Vergabestiftungen geeignete Budgetgrössen zur Auswahl gestellt werden könnten.

Weshalb sind viele Förderstiftungen noch zurückhaltend mit Informationen über ihre Finanzen?

Wir können nur vermuten, dass viele Förderstiftungen befürchten, deswegen mehr Gesuche zu erhalten. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass genau das Gegenteil der Fall ist; je klarer das Potential und der Zweck kommuniziert werden, desto höher wird die Qualität der eingereichten Gesuche ausfallen. Es gibt bereits einige Beispiele von Vergabestiftungen, die offenlegen, welche Maximalbeträge pro Projekt oder Jahr ausgeschüttet werden.

MLaw Christine Künzli, Rechtsanwältin und stv. Geschäftsleiterin der Stiftung für das Tier im Recht (TIR)