Im Gespräch

«Stiftungskapital bewahren – eine Herausforderung»

StiftungSchweiz: Herr Schmidt, ist es für eine Stiftung heute noch möglich, ihr Kapital sicher und ertragreich anzulegen?

Dr. Hansjörg Schmidt: Das ist sehr gut möglich. Sicher heisst allerdings nicht gleich risikolos. Die Anlagen sollten so getätigt werden, dass unwiederbringliche Ausfälle minimiert werden. Dies ist in allererster Linie durch eine gute Diversifikation zu erreichen. Risiken in Form von Wertschwankungen sollten jedoch nach Möglichkeit in Kauf genommen werden, denn sie werden mit einer Prämie entschädigt, was sich längerfristig vorteilhaft auf den Ertrag auswirkt.

Die massgeblichen Zinsen für Liquidität sind deutlich im negativen Bereich. Mit welcher Rendite rechnen Sie für ein typisches Wertschriftenportfolio?

 

Für ein ausgewogenes Portfolio, das etwa zur Hälfte aus Aktien und anderen stark schwankungsanfälligen Anlagen besteht, rechnen wir mit durchschnittlich 3% über die kommenden Jahre.

Gilt dies auch für nachhaltige Anlagen?

Ja, auf jeden Fall. Auch nach Ausschluss bestimmter Unternehmen oder Segmente gibt es ausreichend Diversifikationsmöglichkeiten und Renditechancen. Bewegt sich das Anlageziel jedoch in Richtung Impact-Investing, müssen andere Massstäbe angelegt werden. Hier ist die Auswahl der Anlagen bereits ein kritisches Element zur Erfüllung des Stiftungszwecks, wofür gewisse Einschränkungen bezüglich Risiko und Renditeerwartung hingenommen werden können.

Dr. Hansjörg Schmidt

Leiter Stiftungen im Bereich Key Clients der Zürcher Kantonalbank, über sicheres Anlegen zu Nullzinszeiten