Effizienz

Unnötiger Leerlauf im Gesuchswesen

   Schätzungen zufolge nehmen die ca. 9‘400 Schweizer Förderstiftungen zusammen jedes Jahr rund 400‘000 bis 500‘000 Gesuche entgegen, im Schnitt gegen 50 Gesuche pro Stiftung und Jahr, Tendenz steigend.

Die meisten dieser Gesuche gehen ins Leere. Sie werden abgelehnt oder gar nicht erst beantwortet. Entweder sie passen nicht zur tatsächlichen Fördertätigkeit der angefragten Stiftungen oder diese haben nicht die finanziellen Mittel, um allen Gesuchen zu entsprechen. Und oft nehmen Stiftungen auch gar keine Gesuche entgegen, weil sie sich die Projekte und Organisationen, die sie fördern möchten, lieber selber aussuchen und dabei vielleicht auch anonym bleiben wollen.

Das sind alles gute Gründe, ein Gesuch abzulehnen. Nur werden diese kaum je offen kommuniziert, dies aus Angst, man bekomme dann noch mehr Gesuche. Die meisten Stiftungen haben deshalb auch keine eigene Website. Hinter jedem dieser Gesuche stecken aber grosse und unerfüllte Hoffnungen und vor allem auch viele tausende Arbeitsstunden, sowohl bei den Projektträgern, die die Gesuche verfassen, wie auch bei den Förderstiftungen, die sie erhalten und bearbeiten müssen. Das ist ein unnötiger und ärgerlicher Leerlauf. Viele Förderstiftungen beklagen sich denn auch über eine stetig ansteigende Flut von (unpassenden) Gesuchen. Weshalb nicht etwas dagegen tun?

Es braucht nicht viel, das Gesuchswesen treffsicherer und effizienter zu gestalten. Allein schon die knappe, für alle zugängliche Information, dass man keine Gesuche entgegennimmt, oder die Mitteilung, dass man von den z.B. zwei Förderzwecken A und B zurzeit nur A fördert, sind sehr nützlich und schützen allseitig vor sehr viel Leerlauf. Geheimnisse werden dadurch keine preisgegeben.

Eine eigene teure Website braucht es dazu nicht. Eine Möglichkeit, solche Grundinformationen zu vermitteln, sind die Stiftungsportraits / Klein-Websites auf StiftungSchweiz.ch. Sie sind einfach auszufüllen und für alle Stiftungen kostenfrei. Und wer dazu eine eigene Website hat, kann auf sie verweisen.