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Wie entscheiden Stiftungen über ihre Finanzanlagen?

Für Anlageentscheide braucht es Kompromissbereitschaft. Schwarz-weisse Anlageprinzipien haben ausgedient. Laufendes Optimieren der Anlagelösungen ist angesagt. Dafür braucht es organisatorische Vorkehrungen.

von Christian Hafner

 

Für Anlageentscheide von Stiftungen gibt es keine perfekte Lösung. Sie müssen als Kompromiss gefällt werden. Denn es gilt folgende Regel:

• Je höher der Sicherheitsanspruch und die Entnahme-quote, um die Stiftungsarbeit zu finanzieren, desto weniger kann das Anlageuniversum eingeschränkt werden.

• Je mehr das Anlageuniversum bei hoher Sicherheit eingeschränkt ist, desto tiefer sind die Entnahmen für die Fördertätigkeit.

• Und je höher die Entnahmen bei eingeschränktem Anlageuniversum, desto tiefer ist die Anlagesicherheit.

> Der beste Garant für taugliche Anlageentscheide ist eine gewaltenteilige Investmentorganisation mit glasklarem Berichtswesen und griffigen Kontrollen.

Die Grösse des Anlagevermögens spielt dabei keine Rolle. Dagegen ist eine Klärung der Rollen von Vermögensverwaltern und Banken zwingend. Die Organisation muss einen fortwährenden Prozess ermöglichen, der das Formulieren, Umsetzen, Überwachen und Revidieren der Strategien bezogen auf das Vermögen und die Verpflichtungen umfasst. Dabei müssen ständig die Risikotoleranz und sonstige Rahmenbedingungen der Stiftung berücksichtigt werden.

Selbstverständlich bleibt die Verantwortung für die strategischen Anlageentscheide beim Stiftungsrat. Die Investmentorganisation muss aber sicherstellen, dass die Umsetzung verantwortungsvoll und ergebnisorientiert erfolgt und der Stiftungsrat stets à jour gehalten wird.

Beachten Sie hierzu auch die Abbildung zur Modellorganisation von Stiftungen.